Bettina v. Cossels mörderische Krimiseiten

Einer ehrlicher als der andere - ein spannendes Krimirätsel

Eine schmuddelige Bar im finstersten East End. Die Besitzerin, Dolly Fryer, steht in der Küche und belegt Brote für ihre vier Söhne John, Tom, Dick und Harry, die nebenan sitzen und Hunger haben. Die Fryer Boys sind stadtbekannte Ganoven und stolz darauf.

Plötzlich fällt ein Schuss. Dolly eilt ängstlich in die Bar, aber Gott sei Dank ist alles o.k. Ihre Söhne leben noch. Dafür liegt der Inhaber der benachbarten Kneipe tot auf der Schwelle, daneben die Waffe, die der Mörder weggeworfen hat. John, Tom, Dick und Harry grinsen. Brüder halten eben immer zusammen.

Einer von ihnen war es aber: Einer stand zur Tatzeit hinter dem Tresen, um sich einen Whiskey einzugießen, ein anderer war in seine Zeitung vertieft und der dritte war eingenickt. Der Vierte ist der Mörder.

Als die Polizei erscheint, hüllt sich jeder der Verdächtigen in Schweigen. Hier ist die Aussage von Dolly Fryer:

"Meine Söhne? Wo denken Sie hin, meine Söhne würden doch niemals einen Mord begehen! Schließlich sind die Jungs keine Verbrecher. Alles ganz anständige junge Männer, einer ehrlicher als der andere. Na ja, John, Tom und Dick waren schon einmal wegen eines Überfalls auf einen Geldtransporter im Gefängnis, aber das war natürlich ein Irrtum. Sie wussten nämlich gar nicht, dass das ein Geldtransporter war. Die drei waren als Kinder aus Krankheitsgründen nämlich nicht in der Schule und haben nichts gelernt. Deshalb konnten sie gar nicht lesen, dass GELDTRANSPORTER auf dem Wagen stand. Sie wollten den Fahrer lediglich nach dem Weg fragen.
Tom ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. So ein guter Junge, rührt keinen Tropfen an, genau wie sein Bruder Harry. Zu dumm, dass ich von der Küche aus nichts sehen konnte, aber ich habe mich durch die offene Tür hindurch mit John, Dick und Harry über das Wetter unterhalten. Schrecklich schwül heute, nicht wahr? John wollte doch tatsächlich ein paar Eiswürfel in seinem Bier haben, so heiß war ihm. Also, es tut mir wirklich leid, Herr Kommissar. Wie Sie sehen, kann ich Ihnen überhaupt nicht weiterhelfen."

Aber der Kommissar weiß längst Bescheid. Sie auch?